Die Pferde
und was macht Andi wenn er gerade nicht als Koch, Computerfuzzi oder Reiseleiter tätig ist?
Dann kümmert er sich um Rosies Pferde. 19 Stück sind das im Moment, darunter 2 Ranchpferde im Ruhestand, die Großmutter, ein paar Versehrte und eine Menge Jungvolk, das noch nicht bzw. noch nicht lange unter dem Sattel geht. Um die kümmere ich mich in erster Linie.
Anfang Juni hatte ich Gelegenheit an einem 2-tägigen Level 1 Kurs nach Pat Parelli teilzunehmen. War z.T. recht informativ und ich habe dabei ein paar ganz gute neue Ansätze mitgenommen.
Mein Liebling heißt "Snippy" und ist ein 2jähriger AQH. Er ist gerade mal halfterführig als ich anfange mit ihm zu arbeiten. Wir machen die ersten 4 Wochen Bodentraining und Games nach Andy Baurelli und ich schwinge mich dann in den Sattel. Nach wenigen Tagen machen wir erste Ausritte und alles geht ohne irgendwelche Reibereien über die Bühne. Einfach ein Traum mit "unversauten" ausgeglichenen Pferden zu arbeiten und wesentlich einfacher als eingeschliffenes Fehlverhalten zu korrigieren. "Snippy" kommt mir jedes mal entgegen gelaufen und steckt den Kopf förmlich ins Halfter. Er findet sein neues Alphatier ganz toll und will unbedingt arbeiten und geritten werden. Nach insgesamt knapp 2 Monaten Arbeit kann er schon mehr als manch altgedientes Freizeitpferd in good old D. Ich würde ihn gerne mit nach Hause nehmen, aber einerseits sind die Überführungskosten mit ca. 3.000 - 4.000€ doch recht hoch und andrerseits will ich ihm nicht sein freies Pferdeleben auf 180 Acres Prärie gegen einen deutschen Freizeitstall mit 25 qm Paddock eintauschen.
Die anderen Kandidatinnen heißen "Lucky Girl", "Racoon Tail" und "Black Diamond" und sind als Stuten natürlich Zicken und Diven aber auch allesamt sehr gut zu arbeiten. Das "Fleckvieh" wurde im vergangenen Herbst kurz von einem Lakota Bekannten angeritten und liefert mir zunächst einige showtaugliche Rodeoeinlagen - der Vater war ein Bucking Horse. Leider wird von vielen Natives noch nach den traditionellen Cowboy-Methoden mit Pferden gearbeitet. In aller Regel werden dabei schon 2 Jährige mit Shankbits, Sporen und schlecht sitzendem Sattelzeug derart malträtiert und desensibilisiert, dass sie in der Folge jede Form von Gegenwehr einstellen. Das Resultat sind aber seelisch gebrochene Pferde, die keine Eigeninitiative mehr besitzen und nurmehr maschinenhaft funktionieren.
Zwar sind die meisten Pferdemagazine voll mit entsprechenden Artikeln zu Themen der konfliktlosen Pferdeausbildung aber unter gestandenen Indianern und Cowboys gilt die "gentle method" anscheinend immer noch als uncool und unmännlich. Ich habe das Gefühl, dass sich hier viele über gewalttätiges Verhalten den Tieren gegenüber profilieren und den "Thrill" bei der Sache geradezu suchen und herausfordern
Datum: 15.07.2008
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